Auf einen Kaffee mit Dirk Hoffmann („Abenteuer Leben“)

 

VIP-Alarm in unserer Düsseldorfer Kaffeerösterei: Dirk Hoffmann macht „Hausbesuche“ – und keine Umschweife, als er um ein Interview gebeten wird. Gebongt: Lässig sitzt er neben uns und sagt, was Sache ist. Die Antworten erfolgen wie seine Gerichte gegart sind, präzise, auf den Punkt. Oder wie der „First Crack“ der Kaffee-Bohnen, deren Aroma sich soeben wie ein Blumenstrauß im Mund entfaltet. Fernsehkoch und Barista tauschen einen Kennerblick aus. Dann blicken wir über den Tassenrand hinaus auf ein abenteuerliches Leben, gewidmet dem guten Geschmack …

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Muss man Dirk Hoffmann wirklich noch vorstellen? Einer Fernsehnation von Feinschmeckern sind seine flockigen Sprüche und originellen Koch-Shows längst ein Begriff. Auch den Kamerateams der Kabelsender: Es dampft und zischt am Set, wenn Dirk wie ein Tornado durch das Fernsehstudio fegt und eine Sendung mit skurrilen Kochideen aufmischt, oft kurz vorher noch aus dem Netz gefischt.
Unlängst zog es ihn weit in die Welt hinaus: In einem 5-teiligen Sonntags-Special von "Abenteuer Leben" begab sich der TV-Koch zur Prime Time auf die Suche nach den Lieblingsgerichten der Deutschen und bereiste dafür an die zwanzig Länder. Durch Asien, China, Mexiko, Vietnam, Indien, Bosnien, Ungarn sowie quer durch die USA führte sein Trip – und ein fasziniertes Prime-Time-Publikum kulinarisch in Versuchung. Mit hohem Fun-Faktor: Futterte sich doch der „Forscher“ nicht einfach nur durch! Saftiges Pulled Pork will schließlich traditionell erst mal verdient sein. Deshalb half Hoffmann beim Hacken des Hickory Holzes, das später den Barbecue Smoker anfeuerte. In Sarajevo leistete er aktiv Beihilfe, wenn die Hackfleisch-Röllchen für das bosnische Nationalgericht Ćevapčići durch den Wolf gedreht wurden und wurde schon bald zum Wiederholungstäter, als es darum ging, die besten Spareribs weltweit zu grillen.

Hoffmanns Erzählungen – jeder Teller hat eine Geschichte

Die Fantasie beim Kochen kennt bekanntlich keine Grenzen, der gute Geschmack schon. In der Rubrik „Gaumenschmaus oder Gaumengraus“ fällt stets das finale Urteil: Top oder Flop? Während sich die Geschmacksknospen mal sträuben, mal angenehm stimuliert werden, fällt die Zuschauer-Resonanz eindeutig aus: „Daumen hoch“, sagt die Quote. Honoriert wird die Leichtigkeit, mit der Hoffmanns Pointen ineinandergleiten sowie jene feine Prise Anarchie, mit welcher der Entertainer seine Showeinlagen würzt.
In seiner Paraderolle als „Don Chaos“ trinkt er dann schon mal Jahrhundertwein aus Pappbechern oder flambiert spontan das protzige Ambiente eines Gourmet-Tempels. Dass er damit durchkommt, verdankt er seinem Till-Eulenspiegel-Charme, sympathischer Selbstironie und dem verschmitzten Lächeln, das zu seinem Markenzeichen geworden ist. Wie sein Talent, Food-Fragen zuzuspitzen: Sind die Thunfisch-Frikadellen ein Aha-Erlebnis – oder werden sie zum Gaumengraus? Glück gehabt: „Et schmeckt!“, auch den Testessern: „Mit frischem Lauch ein Gaumenschmaus!“ Furore macht der kulinarische Querdenker deshalb auch in anderen TV-Formaten wie vormals „Hoffmanns Hausbesuche“ und dem Dauerbrenner „Hoffmann auf Tour“. Erkennungs-Merkmal seiner kultig-köstlichen Kreationen: kein Schnickschnack, kein Schickimicki, nur Fachwissen, ehrlich geteilt: „Bei uns ist nichts gefaked“.

Die Küche ist nicht genug: „Hans Dampf“ in allen Gassen

Ein Grund mehr für den Gemüts-Rheinländer, seine kulinarische Mission nicht nur auf die Mattscheibe zu beschränken: „Nichts gegen Ruhm und Ehre, aber mein Traum war immer Kochkunst in Augenhöhe – zum Mitmachen, Nachmachen oder direkt Probieren!“ So kochte er zuletzt als Mitglied der "Scholl Jonges" auf dem Düsseldorfer Marktplatz für Bedürftige und für jeden, der spontan helfen oder spenden wollte.
Auch sonst inspiriert der bodenständige Star bei zahlreichen Gelegenheiten zu Gerichten, die – bei höchster Professionalität in der Gestaltung – doch später spielend leicht gelingen und durch saloppe Eleganz in der Umsetzung bestechen. In Kochsendungen oder beim Live Cooking sieht sich der Dialektkünstler jedoch stets mehr als Entertainer denn als Lehrer. Unversehens werden aus Teilnehmern Freunde, wird aus dem Seminar ein kleines Gala-Event. Fast beiläufig kann so das breit gefächerte Know-how aus deutscher, karibischer, französischer oder japanischer Küche weitergegeben werden. Der leckere „Lehrstoff“ wird nicht vom Podest der Haute Cuisine doziert, sondern oft mit einem Augenzwinkern.
Schon ist er mit Kunden in ein Fachgespräch vertieft, warum auch Kochprofis gern bei Zurheide einkaufen: „Der Grand Manier ist einfach besser, der hat noch richtig Bitterstoffe.“ – „Und die Convenience-Theke ist super sortiert, hier kriegst du alles.“ Wir sind entgeistert: Wie bitte – Convenience?! „Wer mir als Kochprofi weismachen will, dass er nicht für Notfälle Maggi oder Sojasauce in seinem Messerkoffer hat, der flunkert: Wenn´s richtig dampft, machen auch Profis mal ´Maria hilf.´
Es ist eben diese Ehrlichkeit, durch welche der Küchenstar von der Austauschbarkeit in die Alleinstellung avanciert: „Das verbindet mich mit Zurheide: Bei der Arbeit kann mir jeder über die Schulter blicken. Wo 'Dirk Hoffmann 'draufsteht, ist auch 'Dirk Hoffmann´ drin.” Er zwinkert uns zu und bestellt sich noch einen Espresso con Leche – ein Original, wie er selbst.

Ticket to the Stars: Am 31. März 2019 wirkt Dirk Hoffmann auf dem Zurheide Gourmet Festival mit, das erstmals in unserem neuen Markt auf der Berliner Allee stattfindet. Bei Mausklick Ausblick: https://www.zurheide-feine-kost.de/gourmet-festival

(Foto: Mathias Herzogenrath, Interview: Dr. C. Roosen)