»Veganer Wein« – Düsseldorf kauft ein!

 

Charaktervoll, eigenwillig & ungeschönt: Vegane Weine im Fokus

Vegane Weine liegen im Trend. Auch die Winzer reagieren auf den veränderten Bedarf und passen ihren Produktionsprozess den Kundenbedürfnissen an: Siegel wie die Vegan-Blume der englischen Vegan Society schmücken längst auch Weinflaschen und garantieren, dass bei der Herstellung keine tierischen Erzeugnisse, Neben-Produkte und Rohstoffe eingesetzt; alle Zutaten tierversuchsfrei erzeugt wurden. Ist Rebsaft denn nicht per se vegan? Falls nicht: Woran erkennt man veganen Wein? Und wie viel Tier steckt in “normalen” Weinen? Der Beitrag geht den Fragen auf den Grund!

Allianz für Struktur & Substanz: Wein-Sommelier Roland Adrian und Bio-Experte Florian Wenders

Allianz für Struktur & Substanz: Wein-Sommelier Roland Adrian und Bio-Experte Florian Wenders

Bio-Winzer wie Peter Jakob Kühn aus dem Rheingau keltern als Visionäre fern vom Mainstream. Die Messlatte liegt entsprechend hoch: Gesunder Most gilt als bester Kellermeister, blitzsauberes Lesegut als Referenz. Puristisch in der Produktion könnte die Auswahl kaum facettenreicher sein. Auch nicht muskulöser, samtiger oder gehaltvoller: So wartet das Weingut Bürklin-Wolf mit einem Riesling-Sortiment enormer Tiefe auf und bildet nahezu alle Spielarten dieser vielseitigen Rebsorte ab. Biodynamisch erzeugte Sauvignons Blancs, Rosés und Grauburgunder wie die Kaisermantel-Serie aus dem Weingut Dr. Köhler runden das vegane Spektrum ab. Innovativ aus Tradition!

Spontan und natürlich, mit eigenen Hefen, entsteht dann ein Wein von Struktur, Gestalt und Charakter. Einer, der sich mitunter die Freiheit herausnimmt, eine zweite, malolaktische Gärung zu durchlaufen. Weitsichtige Winzer lassen ihm seinen Willen und wissen, dass er am Ende sein Gleichgewicht findet und in der Vollendung stets brilliert: z. B. als zupackender Riesling, der so manches "Große Gewächs" in den Schatten stellt.

Aus Apulien grüßt ein rassiger  Perrini Negroamaro 2017 : Vegane Weine zaubern facettenreiche Aromen ins Glas.

Aus Apulien grüßt ein rassiger Perrini Negroamaro 2017: Vegane Weine zaubern facettenreiche Aromen ins Glas.

Ungeschönt & rein? Der Ritterschlag für veganen Wein!
Ungeschönt, unmanipuliert und oft bewusst ohne Temperaturkontrolle: So viel Mut zu Natürlichkeit verdient einen Ritterschlag. Dachte man sich auch beim Gault Millau Weinguide und kürte Peter Jakob Kühn 2016 zum Winzer des Jahres. Viele vegane Weine der Winzerfamilie Kühn finden Sie auch bei Zurheide im Crown, und das zu einem exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis: wie den veganen Riesling Hallgarten "Rheinschiefer". Der 2017er Jahrgang ist geprägt von den klaren Aromen frischer Birnen, grüner Äpfeln, reifer Quitte, cremig, schmelzend am Gaumen und überrascht bei Verkostungen mit mineralischen Unternoten.

Ist Wein denn nicht immer „vegan“?
Auf den ersten Blick scheint das zuzutreffen: Weine werden aus Trauben gekeltert, Anbau und Lese erfolgen deshalb bei veganen und konventionellen Weinen stets in gleicher Weise. Innerhalb der Produktion konventioneller Weine jedoch kommen traditionell auch tierische Produkte zum Einsatz. Ihre Aufgabe: den Wein zu klären und von Schwebstoffen, wie Schalen-Rückständen zu befreien, die den Geschmack trüben könnten. Auch die Hefen, welche die alkoholische Gärung bewirken, werden von Veganern häufig hinterfragt: Handelt es sich um Reinzuchthefen aus dem Labor oder natürliche Stämme? Vegan sind sie als Pilzerzeugnis immer. Soweit, so konform!

Huhn, Fisch oder Schwein? So viel Tier steckt im Wein!
Erst nach der Fermentation entscheidet sich, ob die Trauben zu einem veganen Erzeugnis verarbeitet werden. Sind Most oder Maische vergoren, erfolgt bei nicht-veganen Weinen nach der Filtration eine „Schönung“. Mineralische oder organische Ingredienzen tierischen Ursprungs dienen dann dazu, Trübungen zu klären, die während der Vinifikation entstanden sind. So enthält Rotwein oftmals Hühnereiweiß ("Album"); Milcheiweiß ("Kasein") oder Gelatine, wobei viele Weißweine oft nur Spuren der Mineralerde Bentonit aufweisen. Auch undeklariert kann ein Wein also vegan sein. In der Regel enthält konventioneller Wein jedoch organische Proteine, die Gerb- und Schwebstoffe binden, welche seine Ästhetik beeinträchtigen und einen bitteren Geschmack erzeugen könnten.

Europaweit einzigartig in Angebot & Auswahl: Zurheides Weinwelt umfasst allein 253 Bio-Weine!

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Was zeichnet veganen Wein aus?
Vegane Weine werden konsequent nur mit pflanzlichen Schönungsmitteln produziert. Dazu zählen neben Bentonit auch Aktivkohle, vegetabile Gelatine und Pflanzenprotein aus Kartoffeln, Erbsen oder Bohnen. Manche Winzer gehen einen Schritt weiter und warten, bis die Trubstoffe sich von selbst am Boden absetzen: Dahinter steht ein ebenso traditionelles wie zeitaufwändiges Verfahren namens Sedimentation. Hilfsmittel aus getöteten Tieren sind tabu, auch die Schwimmblase von Fischen aus biologischer Tierhaltung – bei Bioweinen erlaubt – findet bei veganen Weinen keine Verwendung. Dank modernster Technologie müssen diese gar nicht mehr mittels tierischer Nebenprodukte geklärt werden. Vinologie für Fortgeschrittene!

Ein Projekt unseres Bio-Abteilungsleiters Florian Wenders, mit freundlicher Unterstützung von Roland Adrian, Wein-Sommelier bei Zurheide auf der Berliner Allee 52 im Düsseldorfer Crown.